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Europaschule Barmen
Berufskolleg Sternstr
Seit vielen Jahren besteht ein gelegentlicher Austausch mit dem berufsbildenden Zentrum in Matagalpa. Dort werden Ausbildungen in kaufmännischen Berufen, Touristik, Computer, Betriebwirtschaft in Tages- und Abendschule durchgeführt.
In 2003 konnte eine Lehrerin aus Wuppertal die Schule besuchen, mit dem dortigen Schulkollegium sprechen und am Unterricht teilnehmen.
Kurz vor der Tanzaufführung Nov 2004
Sadrach Zeledon im Berufskolleg Barmen - Gespräch mit der Direktor
Links:
http://www.bk-barmen-europaschule.wtal.de/index.htm
BK-Barmen-Europaschule@wtal.de
Die Schulpartnerschaft zum Colegio Rubén Darío besteht seit 2002. Im Rahmen einer Delegationsreise konnte ein Lehrer aus Wuppertal die Schule besuchen und im Jahr darauf bei einer Lehrer/innen-Reise mit Workshop gemeinsam mit den Lehrern und Lehrerinnen aus Matagalpa war die Schulsekretärin dabei und hat den Kontakt zur Schule vertieft.
Das Colegio Ruben Dario hat eine Grundschule mit sechs Schuljahren und die weiterführende Schule bis zum Abitur.
Gelegentlich werden Briefe ausgetauscht und Aktionen an der Gesamtschule in Vohwinkel gemacht, um Spenden für die Partnerschule in Matagalpa zu sammen.
In 2004 wurde mit zwei Spanisch-Klassen ein Theater- und Tanzworkshop mit nicaraguanischen Künstlern durchgeführt.
Links
http://www.gesamtschule-vohwinkel.de
gesamtschule.vohwinkel@t-online.de
Die Schüler/innen schicken sich Collagen, Zeichnungen und Fotos aus ihrer Klasse und ihrer Schule. Gelegentlich werden von der Grundschule Schulmaterialien nach Nicaragua geschickt, die in der „Escuela Wuppertal“ dankbar aufgenommen werden.
Die derzeitige Rektorin der „Escuela Wuppertal“ Maria José Lopez kennt Wuppertal aus einem Besuch 1998.
In 2004 haben die Künstler/innen aus Matagalpa eine Theateraufführung und Folklore-Tanz in der Grundschule aufgeführt, die zu großer Begeisterung bei den Schüler/innen geführt hat.
Seit einigen Jahren besteht eine Partnerschaft zum Centro Infantil Carlos Santi in Matagalpa. Der Kindergarten Carlos Santi ist direkt neben der Grundschule Wuppertal im Stadtteil Primero de Mayo.
Einige Impressionen:
Die Schulfreundschaft befindet sich seit etwa drei Jahren in Vorbereitung und wird durch gelegentliche Kontakte und Briefaustausch und Besuchen aus Matagalpa vertieft.
Am 11.11.2004 hat ein sehr erfolgreicher Schulworkshop „Tanz und Theater“ mit den nicaraguanischen Künstler/innen Miladys Flores (Tänzerin), Danilo Rivera (Poet und Theaterpädagoge) und Pablo Pubiro (Schauspieler) stattgefunden.
30 Schüler und Schülerinnen hatten innerhalb der Spanisch-AG Spass an Bewegung und Theater mit nicaraguanischen Teamern.
Im vergangenen Jahr war der stellvertretende Bürgermeister aus Matagalpa, Octavio Castillo (selbst Lehrer) in einer Schulklasse zu Besuch und hat aus Matagalpa berichtet.
Das Gymnasium San Francisco de Asis hat sowohl die Schulklassen bis zum Abitur als auch berufsbildende Klassen, z.B. Schneider/in, Schreiner/in, Metallbearbeitung.
An der Schule ist eine Folklore-Tanzgruppe, die in 2003 den nationalen Preis in einem Tanzwettbewerb gewonnen hat.
Links:
http://members.aol.com/GymBayWupp/
Die Wuppertaler Grundschule hat seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit der Grundschule San Rafael in Matagalpa.
Im Jahr 2003 konnte durch einen Solidaritätslauf an der Schule 5.000 $ für die Schule „San Rafael“ in Matagalpa überreicht werden. Das hat in Matagalpa zu großer Freude geführt und zu einem Artikel in der dortigen Presse. Das Geld wurde zur besseren Ausstattung der Schulräume verwendet.
Auch hier haben die Künstler aus Matagalpa einen Tanzworkshop durchgeführt und ein Theaterstück aufgeführt. In den Wochen davor wurde in einer Unterrichtsstunde über Matagalpa und Nicaragua informiert.
Links:
gs.hombuechel@stadt.wuppertal.de
http://kgs-hombuechel.wtal.de/
Impressionen vom Tanz- und Theaterworkshop im November 2004
Von einer Gesamtbevölkerung von etwa 5,2 Millionen Menschen in Nicaragua gehen nach Schätzungen 825.000 Kinder im Alter von sechs bis sechzehn Jahren gar nicht zur Schule. Das ist die erschreckendste Nachricht aus einem Interview mit José Antonio Zepeda, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft ANDEN während seines Deutschlandbesuches im Mai 2004.
Die Analphabetenrate bei Erwachsenen, die zwischen 25% und 30% liegt, je nach Region, wird sich dadurch weiter erhöhen.
Die Forderung von der Lehrergewerkschaft ANDEN sind 3.000 neue Schulen und 10.000 zusätzliche Lehrer/innen. Dem steht entgegen, dass die Regierung in den letzten Jahren entgegen der Notwendigkeiten den Schuletat weiter reduziert hat.
Im Moment gibt es etwa 36.000 Lehrer/innen in Nicaragua für die ca. 1,5 Mio. Schüler/innen, die schlecht bezahlt versuchen, in den Schulen ihre Arbeit mit Klassen von 50 Schüler/innen zu tun. Massive Streiks, Mobilisierungen, Demonstrationen (ein Protestmarsch von 15.000 Demonstranten/innen Anfang Oktober 2003 in Managua) im letzten Jahr haben zu einer geringfügigen Erhöhung der Lehrer/innen-Gehälter geführt. Seit Februar diesen Jahres (Beginn des neuen Schuljahres) erhalten die Lehrer/innen 243 Cordoba mehr, das sind umgerechnet 15 Dollar mehr und das Gehalt beträgt nun für die Grundschullehrer/innen umgerechnet ca. 70 Dollar und für die Lehrer/innen der Sekundarstufe ca. 85 Dollar.
Der statistische Warenkorb, der noch aus der Kriegszeit der 80er Jahre stammt und entsprechend karg in der Ausstattung ist, berechnet hingegen zur Ernährung einer sechsköpfigen Familie 300 Dollar im Monat. Es liegt auf der Hand, dass ein/e Lehrer/in ihre Familie nicht ernähren kann. Der Zweit- und Drittjob nach der Schule ist erforderlich und wie sich das auf die Qualität des Unterrichts auswirkt, kann sich jeder selbst erdenken.
Schafft man es durch Unterstützung der Familie und zusätzliche Arbeit sich bis zu einer Universität vorzuarbeiten, so möchte man eher nicht den Lehrer/innenberuf ergreifen. Aber bei Jura, Architektur, Betriebswirtschaft, Ökonomie gibt es Eingangsprüfungen in der Uni, für den Lehrer/innenberuf nicht. Viele beginnen dann mit dem Lehrerinnenstudium und wechseln, sobald sich eine Chance ergibt. Auch ausgebildete Lehrer/innen bemühen sich, einen anderen – besser bezahlten – Job zu bekommen. Weiterbildung für Lehrer/innen im Beruf gibt es so gut wie nicht, lediglich Lehrer/innen, die ohne Ausbildung in einer Schule unterrichten, was auf dem Land oft der Fall ist, können berufsbegleitend die Lehrerprüfung nachholen.
Etwa 70% der Lehrer/innen sind in Gewerkschaften oder Verbänden organisiert, von denen es ungefähr 21 gibt. Von den organisierten Lehrer/innen sind wiederum 52% in ANDEN, der Lehrergewerkschaft organisiert und zahlen 1% ihres Gehaltes für die Mitgliedschaft.
Schule wird zur Zeit geregelt über das „Ley de Participation Educativa“, das seit zwei Jahren in Kraft ist. Der erste Entwurf – vorgelegt von IWF und Weltbank – hatte zunächst mit der „Escuela Autonoma“ gedroht, einer Teilprivatisierung aller Schulen. Durch den Kampf von ANDEN konnte eine Änderung des Gesetzes fürs erste durchgesetzt werden. Die wesentlichen Punkte des Gesetzes sind:
Aber – wie so oft – ist die Realität anders als der Gesetzesbuchstabe. Zahlreiche Richtlinien des Staates heben den Sinn des Gesetzes wieder auf. Dagegen hat ANDEN Klage beim obersten Gerichtshof erhoben und erwartet in Kürze eine Entscheidung.
Die Lehrer/innengehälter werden im Moment vom Staat bezahlt, für alle übrigen Kosten erhalten die Schulen eine Pauschale, die sich nach Anzahl der Schüler/innen errechnet. Das reicht aber oft nicht aus und viele Schulen greifen zum Mittel von sogenannten freiwilligen „Mensualidades“ (Monatsbeiträgen) von ca. 25 – 30 Cordoba (1,5 – 2 Dollar pro Monat). Ganz so freiwillig scheinen die Monatsbeiträge aber nicht zu sein, Abschlussprüfungen, Zeugnisausstellungen oder Exkursionen kann die Schüler/in nur bekommen oder machen, wenn die Eltern auch die Monatsbeiträge bezahlt haben. Ohne Beitrag kein Zeugnis.
Die Richtlinien des Staates treffen aber vor allen Dingen die innerschulische Demokratie. Normalerweise wird ein Direktor oder eine Direktorin einer Schule von der Communidad educativa (Rat aus Lehrer/innen, Eltern, Schüler/innen) für zwei Jahre gewählt, diese Wahlperiode kann für weitere zwei mal zwei Jahre, also insgesamt sechs Jahre verlängert werden. Das Erziehungs-Ministerium muss dann die Wahl bestätigen, was es oft nicht tut und stattdessen einen Interimsdirektor/in eigener Auswahl einsetzt, den sogenannten Director Interino, der im Gesetz gar nicht vorgesehen ist. Aber fast die Hälfte aller Direktor/innen sind zur Zeit als Interninos/as eingesetzt.
Ein weiteres Problem sind die didaktischen Lehrmittel, vor allen Dingen die Schulbücher. Erstens gibt es davon nicht genug, das heißt Unterricht findet oft nur durch Anschreiben an der Tafel und ohne Buch statt und zweitens sind die vorhandenen Bücher, die von den Schüler/innen ausgeliehen werden können, oft nicht an die Realität Nicaraguas angepasst. Die Schulbücher wurden durch Projektgelder der Weltbank entwickelt und von Autorenteams in anderen Ländern geschrieben und gedruckt, in Kolumbien oder Mexiko. Die Beteiligung nicaraguanischer Autoren/innen ist nicht ausreichend. Der Wertekanon für die Schulbücher basiert nicht so sehr auf wissenschaftlichen Erkenntnissen oder demokratischen Vorgaben, sondern oft wird eine konservativ gefärbte Wertebasis der katholischen Kirche zu Grunde gelegt.
Außerdem steigt die Zahl der potentiellen Schüler/innen jährlich um ca. 20.000, die Zahl der Schulbücher bleibt - bis zum nächsten Projekt der Weltbank - gleich.
Die Mehrzahl der Schulen ist zwar staatlich, aber die, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder zu Privatschulen und die Preise variieren von 20 $ bis 50$ monatlich.
Forderungen und Tätigkeiten von ANDEN für die Zukunft:
Spenden für Projekte des Informationsbüros Nicaragua für Jugendliche und Kinder
auf Konto 976738, Stadtsparkasse Wuppertal, BLZ 330 500 00




