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Nicaragua

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    Nicaragua Forum Heidelberg

    Informationen zum Kaffee

    Auswirkungen globaler Märkte

    Ansatz des Heidelberger Partnerschaftskaffee

    31.8.2004 - Ob in Rumänien gefertigte Möbel aus dem schwedischen Einrichtungshaus, Ananas von den Philippinen in Dosen einer US-Gesellschaft oder in der Bekleidungsfabrik einer taiwanesischen Kapitalgesellschaft in Mittelamerika genähte Jeans aus afrikanischer Baumwolle - die Globalisierung bringt Produkte aus aller Welt auf den sonderbarsten Wegen in die Läden.

    Gegen internationale Arbeitsteilung ist nichts einzuwenden, betonen viele Ökonomen immer wieder. Sie führe auf der Nord- wie auf der Südhalbkugel zu Wohlfahrtsgewinnen. In der Praxis profitieren indes in erster Linie die Industrieländer, während die Entwicklungsländer als Verlierer erscheinen. Und hinter den unübersichtlichen Strukturen der globalisierten Warenströme verbergen sich sehr oft Arbeitsbedingungen und Lebenssituationen von Personen, die nicht mit menschenwürdigem Leben vereinbar sind. In vielen Fällen werden wir als Verbraucher - ob wir wollen oder nicht - zum Nutznießer der Ausbeutung.
    Welchem Menschen würde man es bei uns zumuten, für 20 bis 30 Euro im Monat zu arbeiten und davon auch noch seine Familie zu ernähren? Jeder Griff von uns Verbrauchern im Supermarkt zu einem normal gehandelten Kaffee ist ein Beitrag zum Fortbestand von solch unwürdigen Lebenssituationen. Die erschreckende Realität lässt sich nur durch faire Mindestpreise und direkte Handelsstrukturen zwischen Erzeugern und Verbrauchern verhindern. Und auch dabei gilt es, genauer hinzusehen.

    Bio-Handel, Fairer Handel, Preise…

    Für die Lebenssituation der Kaffeebauern spielt der Verkaufspreis eine zentrale Rolle. Im Nicaragua-Forum haben wir deshalb nachgerechnet, wie hoch die Beträge sind, die von den verschiedenen Vertriebsorganisationen an die Kaffeebauern bezahlt werden. Was zahlt der konventionelle Handel, der Biohandel, der Faire Handel pro kg Kaffee an die Produzenten? Beim Konzernkaffee erhalten die Bauern ca. 0,75 €, die Zwischenhändler etwa genauso viel. Bei Kaffee von Biohändlern sind es ca. 1,70 Euro für die Bauern, bei konventionell angebautem Trans-Fair-Kaffee sind es ca. 2,20 €. Von fair gehandeltem Biokaffee wie z.B. bei der gepa erhalten die Bauern 2,80 € und beim Heidelberger Partnerschaftskaffee inklusive der Projektfinanzierung knapp 3,90 €. Ein deutlicher Unterschied. Grundlage dieser Berechnung ist ein relativ hoher Weltmarktpreis (75,5 US-$ pro Quintal im März 2004).
    Das Ergebnis dieses Vergleichs war auch für uns überraschend, vor allem die Nähe des Einkaufspreises für Biokaffee zum Weltmarktpreis. Biohandelsorganisationen versuchen ja zumeist den Eindruck zu erwecken, als würden ihre Produkte einer harmonischen Beziehung von Natur, Mensch und Händler entstammen. Der Vergleich zeigt, dass die Deckung der Produktionskosten und menschenwürdiges Leben und Arbeiten für die Kaffeebauern erst ab der Verbindung von Bioanbau und fairem Handel möglich ist.

    Heidelberger Partnerschaftskaffee mit Orgánico, Bio-Espresso und Simpático

    Der vom Nicaragua-Forum initiierte Heidelberger Partnerschaftskaffee nimmt bisher eine positive Entwicklung, die es fortzusetzen gilt. Die Verkaufsmengen sind in den letzten Jahren stetig angestiegen (2001: 1500 kg, 2002: 3000 kg, 2003: 4400 kg). Die Qualität des Kaffees ist kontinuierlich gut und wird von den Kunden durchgängig positiv hervorgehoben. Der Ansatz des Partnerschaftskaffees, dass Kaffeekunden bei einem korrekten Preis auch Anspruch auf eine hohe Qualität haben, macht sich hier deutlich bemerkbar.
    Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kaffeekunden entgegen zu kommen, hat der Partnerschaftskaffee zwei neue Kaffeesorten entwickelt. Neben dem Orgánico gibt es seit Anfang 2004 einen italienisch gerösteten Bio-Espresso und den Simpático, dem in einem besonderen Verfahren die Säuren entzogen werden. Der Simpático ist vor allem für Menschen mit besonders empfindsamem Magen geeignet. Alle Kaffees sind weiterhin zu 100 Prozent Arabicas und von Kooperativenbauern biologisch angebaut. Die Einkaufspreise liegen über den Vorgaben des fairen Handels.

    Niedrigere Verkaufspreise

    Da sich der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro für unseren Kaffeehandel positiv entwickelt hatte, konnten wir zum Jahresanfang auch die Verkaufspreise senken. Im Direktvertrieb kostet das Kilo Kaffee jetzt 0,60 bis 0,80 Euro weniger als noch im letzten Jahr.
    Um den Vertrieb auch über Heidelberg und das Umland hinaus zu erweitern, wurde ein Onlineshop eingerichtet. Sie finden ihn unter www.kaffeegenuss-pur.de. Besonders günstig ist die Bestellung mit Vorkasse.

    Das Netzwerk von Produzenten und Verbrauchern

    Der Heidelberger Partnerschaftskaffee kauft nicht nur zu fairen Preisen bei den Produzenten ein, sondern finanziert zusätzliche Entwicklungsprojekte wie Produktionsdiversifizierung, Umstellung auf Bioanbau und den Aufbau von Kooperativen für Kleinbauern zur gemeinsamen Vermarktung. So werden 2004 und 2005 19.000 US-Dollar in ein Programm für 80 Bauernfamilien fließen, die nach dieser Unterstützung die Chance haben werden, selbständig ihre Existenz sichern zu können. Als nächstes Projekt im Kaffeesektor plant das Nicaragua-Forum in Kooperation mit dem Kooperativenverbund SOPPEXCCA aus Jinotega die Finanzierung eines Bildungsfonds für Kinder von Kaffeebauern. In den ländlichen Regionen ist höchstens der Besuch von Schulen bis zur 6. Klasse möglich. Um den Kindern von Kaffeebauern eine weitergehende Bildung zu ermöglichen, sollen für begabte Schüler Stipendien für den Besuch von weitergehenden Schulen in der Stadt eingerichtet werden. (rk)

    Weitere Informationen: www.nicaragua-forum.de

    Spenden bitte unter dem Stichwort "Kaffeeprojekte"

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    Nicaragua-Forum Heidelberg
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    Bezirkssparkasse Heidelberg, (BLZ: 672 500 20)
    Stichwort: Kaffeeprojekte
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