Zwei Freiwillige von Wise e.V. berichten von Las Hormiguitas
Arno Kimmig und Till Eisenlohr leisten ihr freiwilliges soziales Jahr von September 2006 bis August 2007 in Matagalpa im Straßenkinderzentrum Las Hormiguitas und berichten uns hier von ihrer Arbeit
Ich will uns zunächst kurz vorstellen. Wir sind zwei Freiwillige aus Tübingen
bzw. Ravensburg, Arno Kimmig und Till Eisenlohr alias Jorge y Daniel. Wir haben
letztes Jahr in Deutschland unser Abitur bestanden und uns gleichzeitig bei
Wise e.V. für ein Freiwilliges Soziales Jahr beworben und sind seit Anfang
September des vergangenen Jahres für ein Jahr nach Matagalpa eingereist und
freuen uns an der erfüllenden Arbeit mit den Kindern von Las Hormiguitas.
Was ist unsere Aufgabe in Las Hormiguitas?
Wir wollen für die Kinder eine Vertrauensperson darstellen, die Liebe gibt und
Zuneigung empfängt. Dieses Ziel haben wir, so glaube ich bereits erreicht.
Unsere Arbeit lässt sich in vier Bereiche gliedern:
1. Die mobile Schule
Seit Januar sind wir dabei, unter alleiniger Verantwortung und unter der
Supervision von Judith Rivas eine mobile Schule im Markt
von Guanuca, dem Terminal Norte und den Armenvierteln aufzubauen.
Die letzten drei Monate haben wir die Promotores in
verschiedenen sozialproblematischen Themen wie sexueller Missbrauch,
Gewaltpraevention, Bildung, jeden Dienstag in
zweistündigen, interaktiven Vorträgen ausgebildet.
In der nächsten Phase werden wir sie nun für die Präsentationen in der Strasse
(Theaterstücke, Tanz, Fingerpuppentheater, Geschichten) vorbereiten und
motivieren. Die Uraufführung wird am 26. Mai 2007 stattfinden.
2. Informatikkurs
Unsere Organisation hat uns vier Computer für Las
Hormiguitas bereit gestellt, die wir installiert haben. Nun geben wir
circa 40 Kindern jeden Mittwoch und Donnerstag einen Informatikkurs, der
mit sehr viel Begeisterung aufgenommen wurde.
3. Schulische Nachbetreuung
Die Zeit, die uns zwischen der montäglichen "Reunion general" mit der Direktorin und den anderen
Verantwortlichen von Las Hormiguitas, den dienstaglichen Workshops zur mobilen
Schule und dem Computerkurs verbleibt, verwenden wir auf die
Hausaufgabenbetreuung und die individuelle Förderung der einzelnen Kinder.
4. Sport
Jeden Freitag geht es mit fünf Kindern an jeder der Hand auf den nächsten
Sportplatz.
Das generelle Problem unserer Arbeit sind die fehlenden finanziellen Mittel bei
Las Hormiguitas.
Nun hat das "Movimiento Comunal" den Antrag zur finanziellen
Bezuschussung der mobilen Schule abgelehnt und so stehen wir ohne Wasserfarben
oder Gesichtsschminke da und wissen im Moment noch nicht wie wir diesen Engpass
überwinden werden.
Dennoch gehen wir jeden Morgen mit sehr viel Freude ins Las Hormiguitas
und genießen die Arbeit mit den Kindern
Arno Kimming und Till Eisenlohr
Veröffentlichung vom: 15.4.2007